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Musik per PC organisieren und abspielen

August 28th, 2007

Über die Jahre baut man dank diverser Möglichkeiten die eigene Musiksammlung immer weiter aus. Tools wie BonkEnc, Cdex u.ä. machen es einem sehr einfach den eigenen Bestand auf den PC zu bringen und damit im Prinzip im ganzen Netzwerk (3 Rechner) zur Verfügung zu haben. Solange man die Erstellung der Dateien selbst unter Kontrolle hat, ist es mit der Erfassung ja kein Problem. Was aber tun, wenn man doch evtl. die eine oder andere Datei hat, die nicht sauber erfasst wurde.

Hier kann man sich mit dem Tool mp3tag sehr gut behelfen. In der Version 2.39, die aktuell ist während ich dieses schreibe kann ich problemlos diverse Tags im Schnellverfahren ändern, Genres oder Interpreten ergänzen etc. Sollte doch mal der eine oder andere Dateiname bearbeitet werden, empfehle ich persönlich AntRenamer, obwohl es auch anderes gibt.

Bei meinen knapp 6.000 Dateien kommt da schon die eine oder andere Stunde zusammen, aber ich hatte ein Ziel, nämlich endlich mal sauber strukturierte Musik auf dem Rechner zu haben, um ggf. irgendwann mal in der Lage zu sein, alle CDs vom Regal zu verbannen (Ebay oder Keller), um dann nur noch mit dem Rechner über die Onkyo zu hören.
Damit aber moderne Player auch mit den Informationen in den Tags, wie Genre, Artist, Favorit was anfangen können, sollte die Musik halt dort auch sauber bearbeitet sein. Vor allem die Einordnung in Genres nimmt dann doch Zeit in Anspruch, den wenn man sich nicht nur nach dem persönlichen Geschmack richtet, dann kann man ja bspw. auch bei Alben, Titeln etc. bei last.fm schauen, was es eigentlich ist. Denn wo ist heute der Unterschied zwischen Nu-Metal und meinem guten alten Heavy Metall? Und was ist aus Grunge geworden?

Ok – irgendwann ist man damit fertig und man startet den Player seiner Wahl. Ich habe hier mal extra eine kleine Extravaganz genommen (deswegen musste ich mir ja die Arbeit machen), nämlich einen Player mit Namen Jajuk.
Basis dieses Players ist Java, so dass er sowohl auf Linux und Windows etc. läuft.

Den Player habe ich mir ausgesucht, weil er ein paar Vorzüge zu meinem sonstigen Favoriten Foobar hat, die ich inzwischen nicht mehr missen möchte. Nicht verschweigen werde ich natürlich auch die Nachteile.
Doch der Reihe nach. Wenn man den Player startet, dann kann man zwischen verschiedenen Ansichten wählen und sieht eines hiervon:
jajuk_phsyikalischeansicht.pngLogische AnsichtPlayershotKatalogansicht

Die sind von links nach rechts: physikalische, logisch Ansicht, der Player und die Katalogansicht der Alben.
Damit kann man jetzt natürlich noch eine ganze Menge machen. In den ersten beiden Ansichten, also physikalische und logisch, hat man auch sämtliche Funktion auf einen Blick bzw. Klick im Griff in der Mitte jeweils die aktuelle Playlist und Titel sind auf viele Weisen hinzufügbar: drag & drop, rechte Maus, Doppelklick, per Zufall etc. In Player und in der Katalogansicht sind die Funktionen dann auf die Menuleiste oben etwas eingeschränkter. Was ist klasse finde ist, wenn ich in der Katalogansicht auf ein Album klicke, dann wird es abgespielt. Aber auch hier kann ich per rechter Maus noch mehr, adden zur Playlist etc. und natürlich online nach den Covern suchen! Sieht dann so aus:

Cover1Cover2Playlist

Hier sieht man jetzt, wie einfach es ist die Sammlung ohne lästige Scans mit Covern zu versorgen. Das dritte von links zeigt den sog. Smart-Playlist-Bereich an, damit habe ich mich aber noch nicht näher befasst.
So nun habe ich es also geschafft, alle Tags und Covers sitzen! Jetzt der eigentlich Spass. Jajuk ermöglicht es mir, ähnlich zu Smartplaylists aus Ipod & Co Musik zu spielen, die ich in bestimmten Situationen oder Launen hören mag. Hier nennt man das ganze DJ, wie es sich gehört! Also kreieren ich mir doch gleich mal einen DJ. Am besten lass ich auch hier die Bilder sprechen:

DJ1Dj2DJ4DJ3

Voila geschafft und schon läuft alles, was ich an harten Sachen auf der Platte habe und ich werde nicht vom Shuffle überrascht. Sollte ich darauf mal Lust haben, dann klick ich einfach oben auf den Würfel und meine gesamte Sammlung wird per Shuffle erfasst.
Was für Freunde mehrerer Musikquellen vielleicht auch nicht ganz uninteressant sein dürfte ist, dass ich in Jajuk mehrere Quellen aktive schalten kann. Bei mir ist es z.B. so, dass ich schon in meiner Ablage das System habe, nach Einzelsongs, Alben, Ska (JA!!), Klassik, Test und Sampler/Mixe zu trennen. Nun kann ich per Auswahl der Quelle auch noch hier zusätzlich beeinflussen, ob überhaupt diese Musik für Jajuk zur Verfügung steht, meine USB-Sicherungsplatte lies sich bspw. auch einbinden. Die Zeit zwischen dem Abgleich zur Synchronisation mit den Quellen kann man selbst vorgeben, so dass die Playlist auch bei Neueinstellungen aktuell bleibt, solange die Quelle aktiv ist. Speicherung erfolgt auch in einer Datenbank unter euren Anwendungsdaten .jajuk, so dass sich eine Sicherung davon anbietet ;) .
Der Vollständigkeithalber will ich euch nicht vorenthalten, dass Jajuk sich auf Wunsch zu Wikipedia verbindet, um was über den Artist zu finden, eine Statistikanzeige vorhanden ist und ein umfangreiches Helpfile.

Im Moment bin ich top zufrieden und lausche entspannt meinem DJ Ed-Mixer :D

*Update*
So ich hatte leider gestern aus Zeitgründen die negativen Seiten beschreiben können, im Kommentar ist ja bereits was genannt, hier aber noch mal ein kleiner Vergleich zu Foobar, was die Geschwindigkeit angeht.

Einlesen von 36,2 GB Musik, d.h. 7.282 Dateien in 662 Ordnern. Der PC ist ein AMD Athlon XP2600+ mit 768 MB RAM, Win XP Prof. mit Sp2.

Zeit bis das Programm gestartet ist:
Foobar: ca. 1 Sekunde
Jajuk: 14 Sekunden

Zeit Foobar bis zum vollständigen Einlesen: 5 Min. 35 Sekunden
Zeit Jajuk bis zum vollständigen Einlesen: 5 Min. 45 Sekunden

Ein gravierender Nachteil von Jajuk ist leider die hohe Prozessor- und Speicherlast während des Betriebs. Hier reagiert die Anwendung ziemlich träge und Wechsel zwischen den Ansichten und innerhalb der Playlist gehen nicht sehr zügig von statten. Hier hat bspw. Foobar klar Vorteile.
Die SuFu geht bei beiden Programmen gut und schnell.

Im Moment sehe ich es so, wer den Rechner primär zum Abspielen der Musik einsetzt und dort ein komfortables Programm zum spielen per Auto-DJ sucht, der kann aus meiner Sicht mit Jajuk schon sehr gut das Ziel erreichen. Geschwindigkeit, mehr Formate und Zusatzfunktionen, wie Auto-Freedb und weitere Plugins bietet Foobar und wird daher auch immer auf meiner Platte bleiben. Für das Sonntagsfrühstück wird jedoch in Zukunft Jajuk mich in Ruhe am Tisch sitzen lassen ;)

Links: Jajuk, CDex, Antrenamer, mp3tag, BonkEnc

Linux, Software, sonstiges

  1. mcp
    August 29th, 2007 at 12:42 | #1

    Hallo Kumpel!

    Leider vermisse ich in deinem Bericht die Nachteile. Ich fand das Ding gestern beim Testen schonmal Arschlangsam, Java ist ja vielleicht dochnet so das Wahre für sone Bibliothek?

  2. edvans
    August 29th, 2007 at 13:28 | #2

    Jo, da hast Du nicht ganz unrecht.
    Die Nachteile werde ich heute abend noch ergänzen, da war ich gestern dann zu müde für.
    Neben dem verzögerten Start ist das sicherlich auch der nicht gerade knappe Verbrauch an Ressourcen im Speicher, so dass es ab und an auch mal zu richtigen Hängern führen kann, wenn man auf dem gleichen Rechner noch arbeitet.
    Dadurch, dass aber die Quellen im Hintergrund aktualisiert werden, spart man sich neues Einlesen eigentlich komplett, ich werde heute mal einen Vergleich machen, was schneller einliest Foobar oder Jajuk und wie gross der Abstand ist.

  3. August 29th, 2007 at 22:34 | #3

    MediaMonkey hat im übrigen auch nen DJ Modus, MM habe Ich lange eingesetzt und war immer zufrieden, zumal es kein Java Programm ist. Java Programme haben leider alle das Kreuz mit der VM und der Trägheit. Ich hab eigentlich noch nie ein richtig schnelles, schlankes, ressourcenschonendes Java Programm gesehen, zudem braucht ja auch immer der VM Prozess enorme Ressourcen, was mich sehr nervt.

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